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Warum Handwerksbetriebe trotz voller Auftragsbücher wenig gewinnen

Viele Handwerksbetriebe berichten von vollen Auftragsbüchern, doch der Gewinn bleibt oft aus. Dominik Heckner analysiert die wirtschaftlichen Fallstricke.

Von Nina Hoffmann2. Juli 20262 Min Lesezeit

SAARBRÜCKEN, 2. Juli 2026 — Eigener Bericht

Viele Handwerksbetriebe melden volle Auftragsbücher und doch bleibt der Gewinn häufig auf der Strecke. Dies ist ein Phänomen, das in den letzten Jahren verstärkt beobachtet wird. Dominik Heckner von der Heckner Coaching GmbH hat sich intensiv mit den Ursachen dieses Missverhältnisses auseinandergesetzt. Seiner Einschätzung nach gibt es mehrere Faktoren, die dazu führen, dass gute Auftragslage nicht zwingend mit ökonomischem Erfolg gleichzusetzen ist.

Kalkulationsfehler und zu niedrige Preise

Ein häufiges Problem in Handwerksbetrieben ist die fehlerhafte Kalkulation. Viele Unternehmer setzen ihre Preise zu niedrig an, ohne die tatsächlichen Kosten ausreichend zu berücksichtigen. Dies kann aus einer Vielzahl von Gründen geschehen, beispielsweise durch Unkenntnis der eigenen Betriebskosten oder das Streben, wettbewerbsfähig zu bleiben. Niedrige Preise führen oft zu einer Überlastung der Mitarbeiter und zu einer mangelhaften Qualität. Letztlich geraten so viele Betriebe in einen Teufelskreis, in dem sie zwar viele Aufträge annehmen, aber wirtschaftlich nicht über die Runden kommen.

Fehlende betriebswirtschaftliche Kenntnisse

Ein weiteres zentrales Thema ist die mangelnde betriebswirtschaftliche Ausbildung vieler Handwerker. Viele sind Meister ihres Fachs, aber oft fehlt das nötige Wissen, um die betriebswirtschaftlichen Aspekte ihres Unternehmens optimal zu steuern. Das führt dazu, dass strategische Entscheidungen nicht auf soliden wirtschaftlichen Grundlagen basieren. Heckner betont, dass eine bessere betriebswirtschaftliche Schulung und das Verständnis für Kostenrechnung und Gewinnmargen entscheidend sind, um die wirtschaftliche Situation zu verbessern.

Die Bedeutung einer langfristigen Strategie

Die kurzfristige Sichtweise vieler Handwerksbetriebe trägt ebenfalls zu den wirtschaftlichen Schwierigkeiten bei. Oftmals sind Unternehmer darauf fokussiert, möglichst schnell Aufträge zu gewinnen, ohne eine langfristige Strategie zu entwickeln. Diese mangelnde Planung kann dazu führen, dass Unternehmen zwar kurzfristig erfolgreich sind, aber keine solide Basis für nachhaltiges Wachstum haben. Heckner schlägt vor, dass Handwerksbetriebe eine umfassende Geschäftsstrategie entwickeln sollten, die sowohl kurzfristige als auch langfristige Ziele umfasst. Dies könnte dazu führen, dass Unternehmer ihre Ressourcen effektiver nutzen und somit auch die Rentabilität steigern können.

Dominik Heckner fordert eine Sensibilisierung für diese Problematiken und sieht in der Weiterbildung von Handwerkern großes Potenzial zur Verbesserung der wirtschaftlichen Lage. Die Diskussion um die wirtschaftlichen Herausforderungen im Handwerk zeigt, dass es nicht nur um die Anzahl der Aufträge geht, sondern ebenso um die Qualität der wirtschaftlichen Planung und Kalkulation. Durch gezielte Maßnahmen und Strategien könnten viele Handwerksbetriebe ihren Gewinn erheblich steigern, ohne dabei auf Aufträge verzichten zu müssen.

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